Mein Tour-Tagebuch 3

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mein tour-tagebuch:
14. Juli - 20. Juli

Sonntag, 14. Juli:
Ponys mit zu langen Ohren

Was Team Ingo wohl heute vorhat? Am Sonntag vor einer Woche haben wir in Kleinmachnow die einst mondäne Neue Hakeburg besucht, die bald saniert werden soll – und der alte Maurer und Bauarbeiter in mir hätte am liebsten gleich losgelegt. Ich gehe also fest davon aus, dass sich meine Unterstützer auch für diesen Tour-Sonntag wieder etwas haben einfallen lassen.

Zunächst starten wir in Falkensee mit dem traditionellen Frühschoppen der Senioren Union Havelland. Der Kreisvorsitzende Hans-Peter Pohl und der Landeschef Ingo Hansen sind da, genauso unsere zwei Kandidaten für die Landtagswahl: Barbara Richstein (Wahlkreis Havelland II) und Marcus Welzel (Wahlkreis Havelland I). Ein Thema der Gespräche, die wir mit den Besuchern führen, ist die medizinische Versorgung bei uns im Land. Wir wissen, dass gerade in Brandenburg der Weg zum Hausarzt weit sein kann – und obendrein beschwerlich, weil der Bus zu selten fährt, Straßen marode sind und Baustellen für Staus sorgen.

Eine Antwort darauf kann die Telemedizin sein. Dafür brauchen wir Brandenburger aber endlich überall im Land Mobilfunk und Internet. In Gemeinden ohne Empfang werden wir deshalb Funkmasten aufstellen und diese den Mobilfunkbetreibern gegen eine Gebühr anbieten.

Klar ist aber auch: Ohne Ärzte geht es nicht – und ohne Schwester Agnes auch nicht. Geschulte Krankenschwestern können Hausärzte entlasten und sich in Absprache mit ihnen um chronisch kranke und ältere Patienten kümmern. Die Schwester-Agnes-Projekte werden wir ausbauen. So steht es nicht nur in unserem Regierungsprogramm „Ganz Brandenburg wachsen lassen“, so sieht es auch Marcus Welzel. Und der Ketziner muss es wissen: Er hat den Beruf des Pflegers gelernt und ist heute Pflegedienstdirektor der KMG-Kliniken.

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Nächster Halt: Paaren im Glien. Das Drachenfestival im Erlebnispark. 50 Piloten und ihre meist selbstgebauten Drachen, von der Lok bis zum Wal. Team Ingo hat für unsere Landtagsabgeordnete Barbara Richstein und mich extra einen Drachen bemalt, der jetzt in die Luft soll. Ohne Wind. Team Ingo hat immerhin zwei gute Ratschläge auf Lager, wie wir das Ding aufsteigen lassen. Ratschlag 1: schnell anlaufen. Ratschlag 2: diesmal noch schneller, Chef. Es gelingt. 

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Leute, was ist denn eigentlich mit meiner Sonntagsüberraschung? Oder war die das etwa gerade? Ich soll mal dorthin schauen, zum Stand mit den zwei Tieren, die von weitem aussehen wie Ponys mit viel zu langen Ohren. Hach, ihr seid großartig. Ich bin ein Eselfan und habe in Jerusalem sogar ein Paten-Tier, den Mory. Esel sind intelligent und sozial, sie können helfen, traumatisierte Kinder zu therapieren, und spielen auch in der Religionsgeschichte eine wichtige Rolle.

Auf dem Drachenfestival präsentieren sich die Esel-Freunde Havelland. Der Tierschutzverein kümmert sich liebevoll um 27 Esel und hat vielen von ihnen das Leben gerettet. Christine Möller und ihre Mitstreiter organisieren Wanderungen durch die Havelländer Landschaft, besuchen Kindergärten und bieten einen Eselführerschein an. Wir schauen auch noch einmal kurz bei ihnen vorbei. Auf der Koppel müssen wir freilich ein bisschen aufpassen, wir dürfen uns weder hektisch bewegen noch die Arme hochreißen. Es gibt nämlich noch ein paar Zusammenstöße, weil die Esel gerade die Rangordnung klären.

Kein Problem, so was kommt ja gelegentlich auch in der Politik vor.

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Unser Tourtag endet dort, wo er begonnen hat. Die Initiative „Willkommen in Falkensee“ grillt und gibt uns die Chance, mit Flüchtlingen ins Gespräch zu kommen. Denn das ist ihr Ziel: Einheimische und Flüchtlinge zusammenbringen, Austausch ermöglichen, Netzwerke schaffen. Viele Falkenseer unterstützen das Projekt schon, Unternehmer, Ärzte, Vereine, Kindergärten oder die Kirche.

Die Flüchtlinge erzählen uns aber auch, was ihnen zu schaffen macht: die unklare Perspektive, das Warten. Einer von ihnen studiert in Berlin, ein anderer macht eine Ausbildung zum Restaurantfachmann und verbringt dafür jeden Tag eine Stunde im Bus. Ob ihr Asylantrag anerkannt wird und sie in Brandenburg bleiben können, wissen sie noch immer nicht. Wir werden uns dafür einsetzen, dass diese Verfahren beschleunigt werden. Um das Zusammenleben in unserer Gesellschaft zu stärken, haben wir ein Integrationsgesetz vorgelegt. Es definiert Rechte und Pflichten für die Menschen, die zu uns kommen. Wir wollen, dass Berufsabschlüsse schneller anerkannt werden.

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Montag, 15. Juli:
Alle Mann an Bord

Eine solchen Kindergarten haben wir noch nicht gesehen. Wo einst Baumwolle gesponnen wurde, steht heute eine große Solaranlage auf dem Dach, die nicht nur Strom und warmes Wasser erzeugt, sondern auch noch die Fußbodenheizung versorgt. Der Spielplatz des Kindergartens „In der Kammgarnspinnerei“ ist drinnen, hat aber Rolltore. Öffnet man sie, steht der Spielplatz im Freien. „Hier spielt Brandenburgs Zukunft“, sagt die Leiterin Katrin Orlowski. So sieht’s aus! Unser Land wird eines Tages auf die heute noch ganz jungen Brandenburger hören, sie werden es führen und gestalten und bewahren müssen. Und das früher, als wir wahrhaben wollen. Denn Kinder werden ja immer viel zu schnell groß.

Und wir, die Großen von heute? Nun, wir haben die Aufgabe, diese Generation auf all das vorzubereiten, und zwar von Anfang an, zu Hause genauso wie in der Krabbelgruppe. Gute Kindergärten betreuen Kinder nicht nur, sondern fördern sie auch. Dafür brauchen die Erzieherinnen und Erzieher genug Zeit, und wir als CDU werden sie ihnen geben. Natürlich, Eltern in Baden-Württemberg beneiden uns um die vielen Plätze. Aber: Im Südwesten kümmert sich eine Erzieherin durchschnittlich um drei Krippenkinder – bei uns sind es doppelt so viele. Wenn wir im ersten Absatz unseres Regierungsprogramm schreiben, wir Brandenburger sollten mit Optimismus in die Zukunft, dann meinen wir damit auch: Nehmen wir uns die starken Bundesländer zum Vorbild! Deshalb werden wir die Gruppen verkleinern und mehr Personal einstellen.

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Heute ist Jean Schaffer mit uns in seinem Wahlkreis Brandenburg an der Havel II unterwegs. Nach dem Kindergarten besuchen wir mit ihm eine zweite besondere Einrichtung in der Stadt: die Medizinische Hochschule Brandenburg Theodor Fontane (MHB). Obwohl nirgendwo sonst bei uns im Land junge Leute Medizin studieren können, behandelt die rot-rote Regierung die MHB recht stiefmütterlich. Wir sagen: Sie verdient mehr. Mit einem Landeszuschuss werden wir mehr Studenten vor allem aus Brandenburg anlocken. Und damit sich junge Land- und Hausärzte bei uns niederlassen, unterstützen wir sie während ihrer Ausbildung mit Stipendien. Die Verantwortlichen der Hochschule und des Städtischen Klinikums nehmen sich viel Zeit für Jean Schaffer und mich „Chefarztbehandlung einmal anders“, witzelt Team Ingo.

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Wir erleben heute mal wieder eine Premiere: Nach vielen Fußmärschen, einigen Radtouren, einer Draisinen- und einer Kutschfahrt sind wir seit dem frühen Morgen mit dem Kanu unterwegs. Bootsklasse: Zehner mit Steuermann. Aus unerfindlichen Gründen noch nicht olympisch. Wir sehen die drittgrößte Stadt Brandenburgs vom Wasser aus – und mit ganz anderen Augen. Die Jahrtausendbrücke zwischen der Altstadt und der Neustadt. Die Naturregattastrecke „Beetzsee“, die gerade 50 Jahre alt wird und als Geschenk eine Ausstellung bekommen hat. Und die Mutter aller märkischen Kirchen: Dom Sankt Peter und Paul. Doch ohne unseren Steuermann wäre das alles nur halb so toll. Klaus Brennecke ist am Vortag 82 Jahre alt geworden, gehört dem Kanu-Verein Freie Wasserfahrer 1925 seit 1949 an und sorgt auch mit seinen Weisheiten dafür, dass die gute Laune nicht über Bord geht. Kostprobe: „Was ist der Unterschied zwischen Kanute und Ruderer? Der Kanute sagt: ,Da kommt die Kneipe.’ Der Ruderer: ,Da war die Kneipe.’“

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Dienstag, 16. Juli: 
Ein Geldbaum für Wittstock

Es ist ein historischer Tag, aber die Geschichte lässt sich leicht abkürzen: VdL verlässt das BMVg, AKK wird IBuK. Auf Deutsch und etwas länger: Ursula von der Leyen, als erste Deutsche gerade zur Präsidentin der EU-Kommission gewählt, übergibt das Bundesverteidigungsministerium an Annegret Kramp-Karrenbauer, der neuen Inhaberin der Befehls- und Kommandogewalt. Und wir? Wir besuchen im WK 2 (PRI II/OPR II) mit dem PGF die LaGa. Jan Redmann, der Parlamentarische Geschäftsführer der CDU-Fraktion, zeigt uns in seinem Wahlkreis die Landesgartenschau. Historisch ist das allemal, denn Wittstock, eine der ältesten Städte Brandenburgs, hat Geschichte. Die zweieinhalb Kilometer lange Stadtmauer aus Backstein ist einzigartig in Deutschland, und auf dem Gelände der alten Bischofsburg stehen heute das Museum des Dreißigjährigen Krieges und das Ostprignitzmuseum.

Schon 190.000 Menschen haben die Landesgartenschau seit der Eröffnung Mitte April besucht, 300.000 sollen es bis Anfang Oktober werden. Dann rechnet sich das Gartenfestival. Um zu erkennen, dass es sich lohnt, reicht ein Blick ins Bahnbetriebswerk (schon wieder Historie!): Orchideen und Agaven, japanischer Schlangenbart und fleischfressende Pflanzen, Geldbaum und Drachenstrauch. Der Chefgärtner der LaGa beschreibt seine Arbeit übrigens so: „Ich pflanze keine Blume, ich komponiere.“ Andere Parteien im Land wollten die LaGa schon abschaffen, aber wir haben uns erfolgreich dagegen gestemmt.

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Auf unserem Rundgang komme ich mit einem Mann ins Gespräch, der ein Startup gegründet hat. Im Augenblick gibt es in Wittstock vielerorts freies Wlan. Doch was geschieht, fragt er, wenn das Förderprogramm hierfür endet? Ist dann auch das Wlan wieder weg? Es geht nicht nur um Wittstock – schlechten Empfang, riesige Funklöcher und langsames Internet kennen viele Brandenburger nur allzu gut. Wir wollen deshalb überall im Land kostenlose Wlan-Hotspots an zentralen Orten, auf Bahnhöfen, dem Dorfplatz oder vorm Rathaus – dauerhaft, versteht sich. Auch in Bus und Bahn, Bibliotheken und Schulen werden wir das Wlan ausbauen. So steht es in unserem Regierungsprogramm „Ganz Brandenburg wachsen lassen“. Dass Wittstock überhaupt Hotspots hat, ist auch Jan Redmann zu verdanken. Der hat in dieser Angelegenheit ordentlich Druck gemacht.

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Apropos Druckmachen: Team Ingo drängelt mal wieder. Einer nach dem anderen tippt mit Zeige- und Mittelfinger auf seine Armbanduhr. Ticktack-ticktack. Schon klar, schon klar. Wir müssen weiter. Ich trage grundsätzlich keine Armbanduhr, weil ich sonst viel zu oft draufschauen würde. Es geht auch ohne. Damals auf dem Bau habe ich gern nach dem Sonnenstand Mittagspause gemacht. Team Ingo versteht natürlich wieder nur: Mittagspause. Nix da, Leute. Ticktack-ticktack. Weiter!

Die alte Tuchfabrik am Dossenteich ist eine Ruine und schon seit der Wende ungenutzt. Eine typische Geschichte dieser Zeit: Ein privater Investor hatte sie von der Treuhand gekauft, aber nichts damit anzufangen gewusst. Mittlerweile gehört sie wieder der Stadt. Aus der Tuchfabrik soll nun eine Grund- und Oberschule werden. Die Sanierung kostet 40 bis 44 Millionen Euro, ein Viertel muss die Stadt bezahlen. Derzeit gibt es einen Wettbewerb um die beste Idee, wie uns Bürgermeister Jörg Gehrmann berichtet.

Ich bin ja einer großer Freund alter Gebäude, denn sie haben eine Seele. Ich finde, wir müssen uns darum kümmern, sie auch zu erhalten. Natürlich hat das wie hier in Wittstock seinen Preis – aber jede Investition in eine Schule ist eine gute Investition, eine in die Zukunft. Kinder haben die Schulpflicht. Wir meinen, dass auch der Staat eine Schulpflicht hat, nämlich die, unseren Kindern das Lernen auf die bestmögliche Art zu ermöglichen. Das ist in Brandenburg leider noch nicht der Fall, und das werden wir ändern. Wir wollen, dass unsere Kinder stolz darauf sind, in Brandenburg zur Schule zu gehen.

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Mittwoch, 17. Juli:
Zurück aus der Zukunft

Heute machen wir eine Zeitreise. Im Wahlkreis Barnim I unseres Kandidaten Danko Jur hat die Zukunft nämlich schon begonnen, jedenfalls die des Waldes. Das passt auch geografisch, denn wer von oben auf Eberswalde blickt, sieht ringsum Buchen, Kiefern und Eichen. Forscher der Stiftung „WaldWelten“ glauben, dass der Klimawandel die Brandenburger Wälder verändern wird. Sie pflanzen Bäume, die anderswo wachsen, um zu erforschen, was mit ihnen bei uns passiert. Die Gelbkiefer zum Beispiel ist in Nordamerika zu Hause und steht jetzt auf einem Versuchsfeld vor den Toren von Eberswalde. Ihren lateinischen Name Pinus ponderosa kann man sich übrigens gut merken. Wie hieß doch gleich die Ranch in der Fernsehserie „Bonanza“? Genau, Ponderosa! Ich gehöre allerdings altersmäßig ganz klar der Generation „Ein Colt für alle Fälle“ an.

Wir brauchen auch in 20 Jahren oder mehr einen gesunden Wald. Die Forst- und Holzwirtschaft ist eine unserer führenden Wirtschaftszweige und mit 20.000 Beschäftigten zudem ein sehr wichtiger Arbeitgeber, vor allem im ländlichen Raum. Der Wald speichert auch Kohlendioxid und schützt damit unser Klima. Und, nicht zu vergessen, er tut uns allen gut. „Die Menschen kommen anders aus dem Wald raus, als sie reingegangen sind“, sagt uns Dr. Bernhard Götz, der Vorsitzende der Stiftung. „Sie werden geerdet.“

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Zurück aus der Zukunft landen wir direkt in der Vergangenheit: auf dem Finowkanal, der ältesten künstlichen Wasserstraße Deutschlands. Sie steht unter Denkmalschutz und hat zwölf Schleusen auf 32 Kilometern. Alle werden wie vor Jahrhunderten per Handkurbel geöffnet und geschlossen – bis zu 18-mal am Tag. Das lockt Touristen an, zumal ihnen in und um Eberswalde noch viel mehr geboten wird: der Zoo, das Schiffshebewerk Niederfinow, der Geopark Eiszeitland samt Riesenmammut „Georg“ oder das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin mit seinen Kranichen, Schwarzstörchen und Bibern. Der Tourismus ist für Brandenburg ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Umso wichtiger ist, dass wir unsere Wasserstraßen wie den Finowkanal erhalten und ausbauen.

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Dafür brauchen wir aber Menschen in der Region, junge Familien genauso wie Fachkräfte. Doch das verhindert die rot-rote Regierung mit ihrem Landesentwicklungsplan Hauptstadtregion, der über den ländlichen Raum ein Bau-Verbot verhängt hat. „Im Speckgürtel ballert man alles zu, und hier fehlen Leute“, sagt Joachimsthals Bürgermeister René Knaak-Reichstein auf unserer Wanderung im Geopark. „Nur mit Zuzug können wir unsere Heimat erhalten.“ Es sind Sätze, die ich überall im Land höre – und heute im Barnim den ganzen Tag. Unternehmer, Bürgermeister, Pendler, Lehrlinge, Eltern: Sie alle beklagen sich darüber, dass Wachstum verhindert wird. Die Nachfrage nach Bauland ist da, gerade in Regionen, die nach der Wende Abwanderung erlebt haben. Bernhard Ströbele, seit zweieinhalb Jahrzehnten Bürgermeister der Gemeinde Friedrichswalde sagt: „Ich könnte sofort 100 Häuser verkaufen, aber ich darf nicht. Es ist zum Verzweifeln.“

Wir werden diese Landesplanung beenden. Wir setzen auf Ermöglichen statt Verhindern, auf Vernunft und Dialog. Wir wollen ganz Brandenburg wachsen lassen.

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Donnerstag, 18. Juli:
Brandenburgs Schanzenviertel

Vor uns liegt die Königsetappe meiner Bock-auf-Brandenburg-Tour: Mehr als 50 Kilometer im Sattel werden wir heute im Landkreis Märkisch-Oderland zurücklegen, und Team Ingo kann sich gleich Mut antrinken – mit Milch allerdings. Im Falkenberger Ortsteil Dannenberg steht nicht nur ein Hofladen, der Rindfleisch, Leberwurst, Salami und Rapsöl aus eigener Produktion und vieles andere von um die Ecke verkauft, Eier aus Wriezen und Senf aus Niederfinow. Sondern davor auch eine Milch-Tankstelle, die vom Team Ingo umgehend belagert und angezapft wird. Abfüllmenge pro Person: dreitägige Durststrecke. Der Chef der Produktivgesellschaft, Jens Petermann, gibt Team Ingo Milchbart und mir noch den Wunsch mit auf den Weg, dass Brandenburg seine einheimische Landwirtschaft stärker bewirbt und vermarktet. Das kriegen wir hin. Wir werden zum Beispiel für alle landwirtschaftlichen Produkte eine Brandenburger Marke etablieren, damit die Verbraucher auf den ersten Blick unsere Lebensmittel erkennen.

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Unsere Landtagsabgeordnete, die Juristin Laura Lazarus aus Königs Wusterhausen, zeigt uns heute ihren Wahlkreis Märkisch-Oderland III, zu dem auch die Stadt Bad Freienwalde gehört. Dort war einst ein Wintersportzentrum, das sich vor der Konkurrenz in Bayern oder Thüringern nicht verstecken musste. Heute ist alles etwas kleiner, doch eine Marke sind die vier Skisprungschanzen allemal: nämlich die nördlichsten Deutschlands. Und der Bad Freienwalder Wintersportverein von 1923 e.V. hält wie eh und je nach Talenten Ausschau und arbeitet an seinem Traum: dem Bau zweier großer Schanzen, damit man irgendwann wieder ein Weltcupspringen ausrichten kann.

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Unsere Radstrecke führt mitten durchs wunderschöne Oderbruch bis nach Zollbrücke zum Ziegenhof. 200 Ziegen leben hier, im Hofladen gibt es Ziegenkäse, Ziegensalami, Ziegenfleisch und Ziegenquark. Wir belassen es bei Ziegeneis (Schoko, Vanille, Erdbeer) und einem Bier (nicht von der Ziege). Der Chef Michael Rubin ist seit einem Monat ehrenamtlicher Bürgermeister von Oderaue und viel länger schon in der Gemeindevertretung engagiert. Heute muss er seinen Frust über einen ganz speziellen Bauherrn loswerden, aber auch dafür bin ich auf Tour.

Normalerweise freut sich ja ein Bürgermeister, wenn gebaut wird. Beim Biber ist das schon mal anders. Der braucht keine Baugenehmigung, sondern legt einfach los, gräbt Tunnel, häuft Dämme an und flutet gern Wiesen und Felder. Für die Tierwelt ist das eine gute Sache, der Biber werkelt durchaus für andere mit, für Frösche, Störche oder Fledermäuse. Aber das hat seinen Preis. 150.000 Euro hat die Reparatur der Ringstraße gekostet, viel Geld für eine kleine Gemeinde. Längst ist die Straße wieder kaputt. Oderaue hat bereits vor Gericht versucht, eine Entschädigung zu erhalten. Die Klage gegen die Landesregierung wurde jedoch abgewiesen. „Die Bürger fühlen sich alleingelassen“, sagt uns Michael Rubin. Wir wollen deshalb, dass Schäden, die geschützte Arten verursachen, vollständig erstattet werden. So steht es auch in unserem Regierungsprogramm „Ganz Brandenburg wachsen lassen“.

In diesem Programm kündigen wir auch an, dass mit uns die Kulturpolitik mehr Gewicht bekommt. Sie gehört in die Staatskanzlei und soll Chefsache werden. Wir wollen unsere Theaterlandschaft bewahren. Dazu gehört auch das Theater am Rand, das nicht ohne Grund so heißt. Es liegt nämlich direkt an der Grenze zu Polen, östlicher als jede andere deutsche Bühne. Speziell ist es sowieso, dieses Haus, ein Gebäude mit viel Holz und ein bisschen Stahl, mit Gründach und Solarkuppel. Die Zuschauer zahlen nicht Eintritt, sondern Austritt, sie geben, was ihnen die Darbietung wert war.

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Freitag, 19. Juli:
Zwischen Molkerei und Schweinestall

Eine Frage für Fachleute: Welche Kirche im Land hat den ältesten Dachstuhl? Dieser Dachstuhl hängt übrigens, was architektonisch sehr beachtlich ist. Und? Na gut, noch ein Tipp: Es handelt sich um eine sogenannte Chortumskirche, bei der sich der Turm nicht wie üblicherweise im Westen, sondern im Osten befindet, weshalb die Dorfbewohner ihr Gotteshauses auch lange „Verkehrt-Ladeburg“ – hoppla, jetzt habe ich’s verraten.
Es ist die Dorfkirche im Bernauer Ortsteil Ladeburg. Die letzte Hochzeit wurde hier vor gut 20 Jahren gefeiert, Konfirmationen und Taufen sind auch lange her. Obwohl die Ladeburger Gemeinde keinen Pfarrer hat, ist einiges in der Kirche los. 2000 Besucher pro Jahr kommen zu den Veranstaltungen. In gut zwei Wochen wird eine Ausstellung mit Stillleben und Landschaftsbildern von Denise Seidler eröffnet. Drei Wochen später zeigen die Bernauer Briganten Tänze der Renaissance.

Früher hatte Ladeburg 1000 Einwohner, es gab den Fleischer und den Bäcker, Geschäfte und sogar eine Post. Heute leben hier dreimal so viele Menschen, aber sie haben nicht mal mehr einen kleinen Laden. Kann die Politik da etwas machen? Wir sagen in unserem Regierungsprogramm „Ganz Brandenburg wachsen lassen“: Wir wollen gleichwertige Lebensverhältnisse überall bei uns im Land – und das geht nur, wenn die Menschen vor Ort die täglichen Dinge einkaufen können und soziale Treffpunkte haben. In ein Dorf gehören ein Gasthaus und ein Tante-Emma-Laden. Wir werden sie in einem neuen Konzept miteinander vereinen und mit gezielter Unterstützung des Landes überlebensfähig machen.

Nach dem Besuch bei Danko Jur gestern erkunden wir heute den Rest vom Barnim, die Wahlkreise unserer Kandidaten Daniel Sauer und Carsten Bruch. Und wer mit ihnen unterwegs ist, kommt an der Windkraft nicht vorbei. Das erste Mega-Windrad wurde im Bernauer Ortsteil Lobetal innerhalb von drei Monaten genehmigt, so schnell hätte mancher Häuslebauer bestimmt auch gern seine Bau-Erlaubnis. Proteste im Stadtparlament blieben wirkungslos, und gerade wird sehr wohlwollend geprüft, ob ein weiteres großes Windrad kommt. Was die Bürger davon halten, spielt mal wieder keine Rolle. Wir werden deshalb den Ausbau der Windkraft klar regulieren und die Menschen in den Mittelpunkt stellen. Zwischen den Anlagen und Wohnhäusern brauchen wir größere Abstände. Eine weitere Einkreisung von Siedlungen durch Windpark wird es mit uns nicht geben.

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In Biesethal besuchen wir die Bio-Molkerei der Hoffnungstaler Werkstätten, in der Menschen mit und ohne Behinderung Natur- und Fruchtjoghurt, süße und saure Sahne, Quark und Ayran produzieren. Gleich nebenan, Wand an Wand, wird im Milchladen die Ware verkauft, auch große Supermarktketten werden beliefert. Eine schöne Brandenburger Erfolgsgeschichte, die Mut macht. Denn mit der Vermarktung unserer Köstlichkeiten tun wir Brandenburger uns mitunter noch recht schwer. Wir werden bei den Verbrauchern das Bewusstsein für regionale Produkte stärken, und damit beginnt man am besten bei den ganz jungen Verbrauchern. Wir wollen zum Beispiel ein Mittagessen aus gesunden regionalen Lebensmitteln in allen Kindergärten und Schulen. Die Mehrkosten dafür wird das Land übernehmen.

Sorgen? Probleme? In der Molkerei genauso wie in der Baumschule der Hoffnungstaler Stiftung gibt es Azubis. Doch ein Zeugnis, das anerkannt wird, zum Beispiel von der IHK, bekommen Menschen mit Behinderung bislang nicht. Das werden wir ändern. Absolventen sollen ein einheitliches Abschluss-Zertifikat erhalten. Nur wenn Unternehmer die Qualifikation von Menschen mit Behinderung kennen, werden sie sie auch einstellen.

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Wir waren schon viel unterwegs in Brandenburg – mit dem Rad und dem Kanu, der Draisine und natürlich zu Fuß. Aber ich bin ja Landei (und das ist auch gut so), da müsste ich eigentlich auch mal ein Stück mit dem ...

Team Ingo: Hier und heute, Chef!

Fast drei Wochen gemeinsam auf Tour – und Team Ingo kann schon meine Gedanken lesen. Respekt!

Der Bauernhof der Hübners ist seit Generationen ein Familienbetrieb. Babette und Karsten Hübner übernahmen ihn 2005, kennengelernt hatten sie sich beim Landwirtschaftsstudium. Sie gingen neue Wege und gründeten einen Hofladen, um die eigenen Produkte selbst zu vermarkten. Tochter Josefine studiert Öko-Landwirtschaft in Eberswalde, Oma macht den Verkauf. Auf den Feldern wachsen Getreide, Kartoffeln, Obst und Gemüse. Sie halten Enten, Gänse und Schweine.

Ich wollte jetzt Trecker fahren. Leider haben die Schweine etwas dagegen. Bauer Hübner warnt mich noch: „Achtung, gleich schnüffeln sie.“ Aber da kauen Hübners Schweinchen schon an meiner Hose und lassen auch nicht locker. Die Zeit vergeht und ist bald darauf verstrichen. Wir müssen weiter.
„Gegessen haben sie“, sagt Bauer Hübner, „aber satt sind sie nie.“
Ach ja, das kenn ich.

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Samstag, 20. Juli:
Blümchen fürs zweite Wohnzimmer

Theodor Fontane war natürlich auch schon hier – und wie es sich für unseren großen Heimatschriftsteller gehört, empfing ihn auf dem Schlossplatz „der prächtigste Regenbogen“. So steht es geschrieben im dritten Band seiner „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“. Wir haben Sonne pur, aber die Oranienburger Luft ist wie damals bei Fontane: „warm und weich“. Na siehste!

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Heute trifft Team Ingo auf Team Nicole. Im Wahlkreis Oberhavel III kandidiert für die CDU Nicole Walter-Mundt, und gemeinsam besichtigen wir das Grüne Klassenzimmer im Schlosspark, in dem zwischen Obstbäumen, Blumen und Heilpflanzen, Grabwespen, Sandbienen und Ameisenlöwen unterrichtet werden kann. Wir treffen auch eine 83-jährige Oranienburgerin. Die Ü-80-Generation unseres Landes beeindruckt mich immer wieder auf dieser Tour. Horst Müller (83) führte uns auf den Gipfel des Kutschenbergs und Klaus Brennecke (82) mit dem Kanu durch Brandenburg an der Havel. Diese Frau nun fährt dreimal in der Woche nach Berlin und geht dort putzen, um ihre Rente aufzubessern. Der Schlosspark ist ihr zweites Wohnzimmer. „Könnt ihr nicht mal ein Paar Taler dalassen?“, fragt sie. Die Spende will sie allerdings nicht für sich selbst, sondern für den Park, damit die Gärtner mal wieder „neue Blümchen“ pflanzen können. Ihr letzter Satz: "Ich drücke die Daumen für die Wahl!"

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Nicole Walter-Mundt setzt sich mit der Oranienburger CDU schon lange dafür ein, dass die S-Bahn nach Berlin alle zehn Minuten fährt. Nur dreimal pro Stunde verkehrt sie bisher – zu selten für die vielen Pendler aus Oberhavel. Ähnlich ist es mit der S2 nach Bernau. Wir brauchen auch hier schon seit Jahren einen engeren Takt. Die Politik – mit der Landesregierung an der Spitze – ist aber zu lange davon ausgegangen, dass Brandenburg schrumpft. Das Gegenteil stimmt: Unser Land wächst – und wenn wir Brandenburger eine Regierung bekommen, die das zulässt, wächst es auch überall, in jeder Region.

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Seit drei Wochen bin ich nun auf Bock auf Brandenburg-Tour. Team Ingo hat schon lange keinen Muskelkater mehr, Verluste gab es auch nicht. Alles Roger? Durchaus und heute sowieso. Denn am Nachmittag sind wir im Wahlkreis Oberhavel III, und hier tritt einer unserer jüngsten Kandidat an: Roger Pautz, Chef der CDU in Birkenwerder. Von dort fahren wir mit der S8 eine Station und erreichen Brandenburgs Bienenstadt. 65 Millionen Bienen verbringen in Hohen Neuendorf den Sommer, macht 2500 pro Einwohner. Nach Rind und Schwein ist die Biene unser wichtigstes Nutztier, sie bestäubt und bestäubt und bestäubt.

Leider leben bei uns heute weniger Insekten als früher, und das liegt auch daran, dass Brandenburg das einzige Bundesland ist, das Blühstreifen noch immer nicht fördert. Schon 2017 haben wir im Landtag ein solches Programm gefordert und werden das auch weiter tun. Denn wir wollen, dass uns auch in Zukunft noch was blüht.

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